Einheitslok 99 6001 |
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Einheitslok 99 6001 |
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Konstruktion
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Daten
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weitere Informationen bei: "Dampf mitten im Harz" (Holger Voigt) |
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Die B' B-Mallet-Loks der NWE wiesen in den 1930er Jahren ein recht hohes Alter auf und waren sehr wartungsintensiv. Neuere Gelenkloks mit der Achsfolge (1B)' B1 und C' C bewährten sich auf der Harzquerbahn nicht. Es bestand jedoch Bedarf an leistungsstarken Maschinen. Deshalb erhielt die Firma Krupp in Essen den Auftrag zur Entwicklung einer Serie von Einheits-Loks mit den Achsfolgen 1' C1', 1' D1' und 1' E1'.
Es entstand zunächst der Prototyp einer 1' C1'-Lok, die den Höchststand des
Lokomotivbaus der 1930er Jahre repräsentierte. Die hervorragenden Laufeigenschaften der Maschine ließen die bis dahin für 1000-mm-Lokomotiven ungewöhnliche
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zu. Am 14. Juli 1939 fand die Probefahrt zwischen Wernigerode und Brocken statt. Obwohl die als NWE 21II eingeordnete Lok alle in sie gesetzten Erwartungen erfüllte, kam es nicht zur Entwicklung weiterer Loks für die anderen geplanten Achsfolgen und auch nicht zur Serienfertigung. Nach Auslösung des zweiten Weltkrieges hatte die Produktion von Kriegslokomotiven Vorrang vor der Herstellung von Schmalspurloks für als "unbedeutend" eingestufte Bahnen. Deshalb erhielt die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn-Gesellschaft (GHE) auch keine der 1943/44 bestellten 1' C1'-Loks.
Nach Übernahme der Harzer Schmalspurbahnen durch die Deutsche Reichsbahn (DR) im April 1949 wurde aus Lok NWE 21II die 99 6001. Als 1956 "Neubau"-Loks aus Babelsberg auf der Harzquerbahn zur Verfügung standen, kam die 99 6001 mit den Mallet-Loks nach Gernrode auf die Selketalbahn. Die guten Laufeigenschaften der relativ kleinen Lok brachten ihr bei den Personalen den Spitznamen "Ballerina" ein.
Während der fälligen Hauptuntersuchungen im Ausbesserungswerk vollzog man einige Umbauten an der Lok. Anfang der 1960er Jahre erhielt 99 6001 eine nichtselbsttätig wirkende Druckluftbremse als Zusatzbremse für die Lok. Zum Bremsen der Wagen wurde die Hardy-Saugluftbremse beibehalten. 1964 mußte der verschlissene kupferne Stehkessel durch einen geschweißten Stahlkessel ersetzt werden. 1966 tauschte man die Druckausgleichs-Kolbenschieber Bauart Schulz gegen vereinfachte Trofimow-Schieber aus. Die Rauchkammertür mit Zentralverschluß verschwand irgendwann. Statt dessen erhielt die Lok eine Rauchkammer mit Vorreiber-Verschluß.
Als der Personenverkehr auf der wiedererbauten Strecke Straßberg - Stiege aufgenommen wurde, durfte die 99 6001 am 03.06.1984 den ersten regulären Reisezug auf dieser Relation ziehen.
Im Jahr 1986 begann die Umrüstung der Reisezugwagen der Selketalbahn auf Druckluftbremse. Da 99 6001 bereits eine Luftpumpe besaß, baute man diese Lok im Sommer des selben
Jahres komplett auf Druckluftbremse um und entfernte den Luftsauger zwischen Sandkasten und Dampfdom und weitere Teile der Hardy-Saugluftbremse.
Mit Umrüstung des Traditionszuges auf Druckluftbremse 1990/91 konnten die grünen Mallet-Loks 99 5901 und 99 5903 nicht mehr als Zuglok zum Einsatz kommen. Deshalb kam man bei der DR auf die Idee, die ehemalige NWE-Lok 21II für Einsätze mit dem Traditionszug zu nutzen. Von der Hauptuntersuchung (L6) in Görlitz-Schlauroth kehrte 99 6001 zum Leidwesen vieler Eisenbahnfreunde im grünen Anstrich und mit der NWE-Nummer 21 im März 1991 zurück. Durch Erhöhung des Tenders vergrößerte sich der mögliche Kohlevorrat.
Wenn die Lok nicht gerade zu Sonderfahrten mit dem Traditionszug unterwegs war, tat sie als "Laubfrosch" Plandienst auf der Selketalbahn.
Bei der Privatisierung der Harzer Schmalspurbahnen wurde Lok 99 6001 in das Eigentum der HSB überführt.
Am 11. Mai 1994 kam der Lok die Ehre zu, den ersten Zug zu befördern, der nach dem verheerenden April-Hochwasser und der Wiederherstellung der Gleisanlagen im Selketal fuhr. Reichlich einen Monat später - am 29.06.1994 - ereignete sich an einem der damals noch nicht technisch gesicherten Bahnübergänge zwischen Alexisbad und Harzgerode ein Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem Lastkraftwagen. Die dabei beschädigte Lok 99 6001 mußte vorfristig zur Hauptuntersuchung (L7) ins Ausbesserungswerk. Im Rahmen der Hauptuntersuchung erhielt die Maschine wieder einen schwarz/roten Anstrich.
Von Dezember 2001 bis Februar 2002 erhielt die Lok im Dampflokwerk Meiningen erneut eine Hauptuntersuchung, die mit der Abnahmefahrt am 08.03.2002 in Wernigerode abgeschlossen wurde. Die nächste HU (Dezember 2005 bis März 2006) fand vollständig in Wernigerode-Westerntor statt. Sie umfasste Kessel und Fahrwerk. Zeitweise waren Mitarbeiter des Dampflokswerks Meiningen an den Arbeiten beteiligt.
Die Lok 99 6001 wird in der Regel in Plandienst auf der Selketalbahn eingesetzt (Dampfzug-Umlauf). An Plantagen (Kesselauswaschen usw.) wird sie im Normalfall von der Mallet-Lok 99 5906 vertreten.